


Es gibt einige hundert Wespenarten in Deutschland – davon sind aber den meisten nur die „lästigen Wespen“ bekannt, die auf dem Kuchen sitzen oder als Erdwespen unangenehme Gartenbewohner sein können. Dabei sind nur einige wenige Arten sozial lebend. Die meisten Arten leben solitär, dort versorgt also ein Weibchen alleine ihre Brut; es werden keine Arbeiterinnen herangezogen.

Wespen
Missverstandene Garten- und Hausbewohner
Bei den Wespen, wie auch bei uns Menschen, sind die Bösewichte eindeutig in der Minderheit. Leider verursachen gerade diese den größten Aufruhr. Lassen wir uns nicht davon beirren und staunen über die faszinierende Welt der Wespen und ihren wichtigen Beitrag im Naturhaushalt.

Hornissen - Friedliche Brummer
Die Hornisse ist die größte Wespenart Deutschlands. Sie ist sehr selten und sogar vom Aussterben bedroht. Hornissen besitzen wie die Bienen einen Wehrstachel, den sie nur einsetzen, wenn sie selber in Bedrängnis geraten. Es ist leider viel zu wenig bekannt, dass Hornissen erstaunlich friedfertige Tiere sind, die nicht grundlos angreifen. Die Meinung, dass „3 Hornissenstiche einen Menschen und 7 ein Pferd töten sollen“, ist weit verbreitet, aber völlig falsch.

Stahlblauer Grillenjäger
Ein besonders auffälliger Neuankömmling ist der Stahlblaue Grillenjäger aus der Gruppe der Grabwespen. Dieses Insekt ist fast so groß wie die gemeine Wespe, aber von deutlich schlankerer Gestalt und einheitlich schwarz gefärbt. Seine Flügel können im Licht einen leicht bläulichen Schimmer aufweisen.

Orientalische Mauerwespe
Die Orientalische Mauerwespe wurde aus Indien und Nepal nach Europa eingeschleppt und dort erstmals 1979 in Österreich, in der Steiermark nachgewiesen. Eine Theorie geht davon aus, dass der Flughafen Graz-Thalerhof als Ausgangspunkt der europäischen Verbreitung dieser Wespe fungierte. Seither verbreitet sich diese Art in vielen Teilen Europas aus.

Wegwespe - Anoplius samariensis
Die Art besitzt eine für Wegwespen außergewöhnliche Generationenfolge. Die Weibchen überwintern als Imagines im Boden und bauen dann ihre Brutzellen bis in den Spätsommer hinein. Sie jagen zunächst ihre Beute, meist Wolfsspinnen, legen diese für längere Zeit ab und beginnen erst dann mit dem Nestbau. Es kann vorkommen, dass andere Weibchen dieser Art versuchen, die abgelegte Spinne zu erbeuten

Feldwespen
Feldwespen sind ausgesprochen friedfertig. Weil sie ihre Nester aus papierähnlichem Material bauen, werden sie auch als „Papierwespen" bezeichnet. Gemeinsam bauen die Jungköniginnen ein neues Nest. Erst später setzt sich eine von ihnen durch und wird zur Königin.

Deutsche Wespe
Die weltweit verbreitete Deutsche Wespe ist durch ihre charakteristische Zeichnung des Kopfschildes gut zu erkennen. Leider genießt sie meist - trotz ihres ökologischen Nutzens - einen schlechten Ruf.